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Verfolgtwerden

Mit einem Verfolger im Rücken laufen — Kraft, die in den Abstand zu etwas geht, dem Sie sich noch nicht zugewandt haben.

Verfolgtwerden im Traum ist das Bild des Lexikons für Kraft, die in den Abstand zu einer Sache fließt, statt in die Begegnung mit ihr. Der Verfolger ist selten das eigentliche Thema; das eigentliche Thema ist, was geschähe, wenn Sie stehen blieben und hinsähen. In schamanischen Traditionen wird der Verfolger oft als ein abgespaltener Teil des Träumers gelesen; in psychologischer Sprache ist er die Gestalt, die das trägt, was abgespalten und verweigert wurde. Verfolgtwerden unterscheidet sich vom Angegriffenwerden: in der Verfolgung ist der Kontakt noch nicht hergestellt, das Laufen ist selbst das Thema, und die Anstrengung des Träumenden geht in den Zwischenraum statt in die Begegnung. Der Traum bringt die Verfolgung, wenn etwas in Ihrem Leben — ein Gefühl, ein Mensch, ein Stück Wissen über Sie selbst — Ihnen lange genug im Rücken sitzt, dass das Laufen nun die Form Ihrer Tage geworden ist. Eine Verfolgung, deren Verfolger maskiert ist oder nie ganz gesehen wird, ist der Traum, der markiert, dass Sie sich geweigert haben, lange genug zurückzublicken, um zu erkennen, was hinter Ihnen ist. Eine Verfolgung, die an einer Mauer endet und Sie zwingt, sich umzudrehen, ist der Traum, der Ihnen sagt, dass die Begegnung endlich geschieht, und der Verfolger ist meist kleiner, als das Laufen ihn gemacht hatte. Eine Verfolgung durch einen vertrauten Ort — Ihr eigenes Haus, die Straße Ihrer Kindheit — ist der Traum, der vermerkt, dass das, wovor Sie fliehen, zu einem Boden gehört, den Sie bereits kennen. Eine Verfolgung, die ohne Ende weitergeht, ist der Traum, der vermerkt, dass die Vermeidung sich selbst trägt, und der Preis des Laufens ist nun höher, als der Preis der Begegnung wäre.

Hinweis: Nur zur Unterhaltung und Selbstreflexion. Kein Ersatz für professionelle Beratung.