Charakter

Vollmond

Der Mond mit voller Fläche — Licht, ganz in die Nacht zurückgeworfen, eine lange verfolgte Markierung von Zyklen.

Ein Vollmond im Traum ist das Traumbild des Mondes mit voller Fläche, der Nacht, die kurz mit zurückgeworfenem Licht erfüllt ist. Der Vollmond hat die menschliche Zeit markiert, solange es menschliche Zeit gibt — der Mondkalender von Ernte und Festen, das buddhistische Vesak, das jüdische Pessach, der Esbat der Hexen, der Erntemond der Bauernkulturen — und der Traum nutzt diese lange Linie, wenn er den Höhepunkt eines Zyklus zeigt statt seinen Anfang oder sein Ende. Der Vollmond unterscheidet sich von der Sonne: die Sonne ist direkte Beleuchtung und aktiver Antrieb, der Mond ist zurückgeworfenes Licht und innere Aufnahme, und der Vollmond ist der Augenblick, in dem die innere Seite so sichtbar ist, wie sie es je wird. Er unterscheidet sich auch vom Neumond, der der dunkle Same eines Zyklus ist; der Vollmond ist sein offenes Aufblühen. Der Traum bringt den Vollmond, wenn etwas in Ihrem Leben — eine lange Phase der Arbeit, eine langsame Beziehung, ein emotionaler Rhythmus, der über Monate aufgebaut wurde — seinen Höhepunkt erreicht hat und kurz voll beleuchtet ist. Ein in Stille unter ihm gestandener Vollmond ist der Traum, der den Höhepunkt bestätigt. Ein im Wasser gespiegelter Vollmond ist der Traum, der markiert, dass das innere Licht die Gefühle erreicht hat, und die beiden sind kurz im Gespräch. Ein Vollmond, der als zu groß beschrieben wird, tief am Horizont, gegen die Welt drückend, ist der Traum, der markiert, dass der innere Zyklus über das Zimmer hinausgewachsen ist, in dem Sie ihn gewöhnlich halten. Ein hinter Wolken verborgener Vollmond, mit ausgebliebener Beleuchtung, ist der Traum, der vermerkt, dass der Höhepunkt kam und die versprochene Sichtbarkeit tatsächlich nicht verfügbar ist.

Hinweis: Nur zur Unterhaltung und Selbstreflexion. Kein Ersatz für professionelle Beratung.