Objekte

Sarg

Ein Kasten, gemacht, die Toten zu halten — das letzte Behältnis, das eine Lebensgestalt in ihrem eigenen Umriss verschließt.

Ein Sarg im Traum ist das Bild des Lexikons für das letzte Behältnis — die Form, die sich um eine Lebensgestalt schließt, die ihr Ende erreicht hat und nicht mehr bewegt werden wird. Der Sarg ist nicht der Tod selbst; der Sarg ist das bewusste Setzen der Grenze um das, was beendet ist. Über die Kulturen hinweg ist der Sarg als die letzte Handlung des Haushalts für die Toten geehrt worden: gemessen, ausgekleidet, oft handgefertigt, immer getragen. Der Traum nutzt diese lange Linie, wenn er ein bewusstes Ende statt eines vagen Abdriftens in die Vergangenheit verlangt. Ein Sarg unterscheidet sich von einem Grab oder einer Gruft: der Sarg ist der Gegenstand, den Sie noch berühren, noch schließen, noch tragen können — das Schwellenobjekt, noch nicht der endgültige Ort. Der Traum bringt den Sarg, wenn etwas in Ihrem Leben — eine Beziehung, eine Rolle, ein jüngeres Selbst, eine lange gehegte Hoffnung, eine Fassung eines Elternteils, die Sie korrigieren mussten — die Stufe erreicht hat, auf der die ehrliche Handlung lautet, den Kasten dafür zu bauen und den Deckel zu schließen. Ein Sarg, der von Händen geschlossen wird, die die Trauer geleistet haben, ist der Traum, der Ihnen sagt, dass das Ende geehrt wird. Ein leerer Sarg, der neben Ihnen wartet, ist der Traum, der markiert, dass der Tod erwartet wird und der Kasten zubereitet wird, während das, was hineinkommt, noch lebt. Ein Sarg, der eine Gestalt birgt, die wie Sie aussieht, ist der Traum, der vermerkt, dass ein Teil von Ihnen selbst das ist, was niedergelegt wird. Ein Sarg, vor dem Sie fliehen, ist der Traum, der vermerkt, dass das Ende tatsächlich eingetreten ist, und die Weigerung, der Schließung beizuwohnen, hat die Sache unbestattet irgendwo im Hinterland Ihres Lebens liegen lassen.

Hinweis: Nur zur Unterhaltung und Selbstreflexion. Kein Ersatz für professionelle Beratung.